Insights
10. März 2022
3 Social-Commerce-Trends für 2022

Unser Einkaufsverhalten hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Shopping über das Smartphone hat einen historischen Höchststand erreicht: 41 % der Verbraucher*innen geben an, täglich oder wöchentlich mit dem Handy bzw. Smartphone einzukaufen. Vor fünf Jahren lag diese Zahl noch bei nur 12 %. Auch der Vertrieb über soziale Medien (Social Commerce) wächst: Fast die Hälfte (48 %) der US-amerikanischen Social-Media-Nutzer*innen geben an, über Social-Media-Plattformen einzukaufen. Verbraucher*innen und Marken setzen vermehrt auf Social Commerce. Wir haben drei Trends identifiziert, die diesen Bereich im Jahr 2022 prägen werden.
Communitys und Creator*innen inspirieren weiterhin die Käufer*innen von heute
Bei der Wahl einer Marke oder eines Produkts haben die Menschen mehr denn je die Qual der Wahl. Vertrauen ist das A und O einer Kaufentscheidung. Deshalb lassen wir uns von Freund*innen, Familienmitgliedern, Creator*innen und Communitys inspirieren, denen wir vertrauen. Dieser Trend wird sich 2022 noch verstärken. Mit dem Wachstum des Social Commerce wird es für Einzelhändler*innen und Marken immer wichtiger, loyale Kund*innen und Markenbotschafter*innen zu gewinnen, die authentische Produktempfehlungen mit ihren Freund*innen und Fans teilen. Im kommenden Jahr wird die gesamte Branche weiter in den Aufbau loyaler Online-Communitys investieren.
Die texanische Supermarktkette H-E-B nutzt z. B. Live-Shopping, um den Einkauf über soziale Medien für ihre Kundschaft persönlich, reibungslos und effizient zu gestalten. Das Team interagierte mit Kund*innen, setzte ihr Feedback direkt in relevante Produkte und Inhalte um und ermöglichte einen exklusiven Zugang zu beliebten Influencer*innen. So konnte eine enge und vertrauensvolle Verbindung zur Kundschaft aufgebaut werden. In der Folge stiegen der Umsatz und die Markenbekanntheit und es konnten erfolgreich neue Kund*innen gewonnen werden.

Unsere eigenen Studien zeigen, dass Creator*innen auch in Zukunft eine wichtige Rolle beim Shopping spielen werden: Mehr als die Hälfte der Verbraucher*innen entdeckt neue Produkte über Promis und Creator*innen. 45 % der Onlinekäufer*innen weltweit geben an, dass sie Produkte kaufen möchten, die von Creator*innen in den sozialen Medien beworben werden. Im vierten Quartal haben wir neue Tools und Erlebnisse wie Shops in Gruppen und Live-Shopping für Creator*innen eingeführt, um dieses Verhalten zu unterstützen. Zudem haben wir mehr Creator*innen die Möglichkeit gegeben, Provisionen zu erhalten, wenn sie Produkte auf Instagram empfehlen. Da der Einfluss von Creator*innen weiter wächst, erwarten wir, dass die Branche auch weiterhin in eine starke Verbindung von Communitys und Handel investiert und dass Monetarisierungsprogramme wie Affiliate Marketing an Bedeutung gewinnen.
Zu Beginn der Pandemie nutzten zahlreiche Einzelhändler*innen Erlebnisse wie Live-Shopping, um mit ihrer Kundschaft in Kontakt zu bleiben, als sie ihre physischen Läden schließen mussten. Wir gehen davon aus, dass Marken auch weiterhin mit Live-Shopping experimentieren und mit Creator*innen bei Events zusammenarbeiten werden, um die Beziehungen zu ihren Kund*innen und ihrer Community zu pflegen, auch wenn die physischen Standorte wieder geöffnet werden.
Menschen achten beim Shopping auf ihre Werte
Mehr als die Hälfte (56 %) der Verbraucher*innen weltweit finden es sehr wichtig, dass Marken, bei denen sie einkaufen, ihre persönlichen Werte unterstützen. Wir gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit auch weiterhin ein wichtiger Aspekt für viele Shopper*innen sein wird. Sie erwarten, dass Marken klar zeigen, welche Werte sie vertreten.
Ein Trend, den wir genau im Auge behalten, ist Vintage- und Secondhand-Mode. Die anhaltenden Engpässe in der Lieferkette und der Wunsch der Verbraucher*innen, nachhaltig einzukaufen, werden dazu führen, dass Kund*innen auch weiterhin nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten suchen, z. B. in Secondhand-Läden (online oder physisch) oder durch lokales Shopping auf Instagram, im Marketplace oder in Facebook-Gruppen. In den USA verdoppelte sich im Januar die durchschnittliche Anzahl neuer Bekleidungsartikel pro Tag im Marketplace im Vergleich zu Dezember.
Marken experimentieren mit Shopping-Erlebnissen im Metaversum
Auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis wir das Potenzial des Handels im Metaversum voll ausschöpfen können, glauben wir, dass Marken schon jetzt mit Social-Commerce-Erlebnissen experimentieren werden, die einen Vorgeschmack auf das Einkaufen im Metaversum geben können.
Schon heute bieten uns AR-Erlebnisse und Live-Shopping einen ersten Einblick in das Metaversum. Erlebnisse wie AR Try On ermöglichen es den Verbraucher*innen, Produkte wie Accessoires und Beauty-Artikel vor dem Kauf zu testen. Live-Shopping bietet ein noch immersiveres Erlebnis: Wir können direkt mit Marken in Kontakt treten und das individuelle Einkaufserlebnis eines physischen Geschäfts auf das Onlineshopping übertragen. Auch die Verbraucher*innen finden mehr und mehr Gefallen an Live-Shopping: 47 % der Onlinekäufer*innen geben an, dass sie Produkte direkt aus einem Live-Video kaufen würden. Marken jeder Größe sind mit diesem Ansatz bereits erfolgreich.
Eines meiner Lieblingsbeispiele für diesen Trend ist Zox, eine Direktvertriebsmarke, die Armbänder aus recyceltem Plastik mit starken Botschaften verkauft. Beim Test von Live-Shopping im Rahmen unseres Programms „Live Shopping Fridays“ Anfang 2021 verkaufte Zox am Tag des Live-Shopping-Events Produkte im Wert von 28.392 US-Dollar.
Wir sehen auch, dass Beauty-Marken zu den ersten und erfolgreichsten Nutzern von AR Try On gehören. Wir haben mit einigen der größten Beauty-Marken wie NARS, Mac und Maybelline zusammengearbeitet, um AR Try On in ihre Shops und Werbeerlebnisse zu integrieren. Während das Metaversum an Bedeutung gewinnt, werden Beauty- und Modemarken auch weiterhin eine Vorreiterrolle spielen.
Die Mehrheit (79 %) der Verbraucher*innen weltweit findet, dass das Erlebnis, das ein Unternehmen bietet, genauso wichtig ist wie seine Produkte und Dienstleistungen. Marken werden die Social-Commerce-Tools von heute nutzen, um die Shopping-Trends von morgen zu gestalten. Wir freuen uns darauf, sie weiterhin bei der Entwicklung neuer Einkaufserlebnisse zu begleiten.
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